Übernahme einer Pressemitteilung des Lebenshilfe- Landesverbandes Niedersachsen vom 4.5.2020

Mit viel Kreativität, Engagement und Solidarität wurde in den vergangenen Wochen die Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung vor Ort sichergestellt. Deshalb dankt die Lebenshilfe Niedersachsen den Eltern und Angehörigen sowie haupt- und ehrenamtlichen Beschäftigten. „Das, was in den letzten Wochen vor Ort geleistet wurde, verdient unseren ganzen Respekt“, betont Holger Stolz, Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe Niedersachsen.

Schließung von Angeboten hat an allen Stellen zu Herausforderungen geführt

Durch die Schließung von z. B. Kindertagesstätten, Tagesbildungsstätten und Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung hat sich eine ganz neue Betreuungssituation entwickelt. Menschen mit Beeinträchtigungen waren von heute auf morgen den ganzen Tag alleine zu Hause, in den Wohnheimen oder bei ihren Eltern und Angehörigen und benötigten nun dort Unterstützung. In dieser Situation wurde vielfach spontan mit viel Kreativität, Solidarität und Engagement gehandelt.

Sei es die Erzieherin, die in der Tagesstruktur der Wohnstätten mithilft, die Mitarbeiterin im ambulant betreuten Wohnen, die sich ganz neue Kommunikationswege überlegt, um mit ihren Klienten in Kontakt zu kommen oder der Mitarbeiter, der neue Bastelideen auf Facebook postet.

Auch für die Familien von Kindern mit Beeinträchtigungen sind quasi über Nacht Unterstützung und Assistenz vollkommen weggebrochen. Wenn Kindergärten und Schulen geschlossen sind, und Unterstützung in der Familie durch Pflege und Therapie nicht mehr möglich ist, bedeutet dies für die Familien in vielen Fällen, dass ein Elternteil zu Hause bleiben muss, um die Versorgung rund um die Uhr sicherzustellen. Dies übersteigt die Belastungsgrenzen der Eltern schon heute.

Vor diesem Hintergrund erwartet die Lebenshilfe Niedersachsen schnelle und unbürokratische Unterstützung für Familien, z.B. durch den Anspruch auf Notbetreuung von beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen in Kindertagesstätten und Schulen.

Auch für die Mitarbeiter*innen in den Wohneinrichtungen und der unmittelbaren Betreuung erwarten wir eine deutliche Reaktion der Politik. „Neben einer einmaligen finanziellen Anerkennung, wie sie aktuell in der Pflege diskutiert wird, muss die soziale Arbeit insgesamt in allen Bereichen dauerhaft besser entlohnt werden,“ so Landesgeschäftsführer Holger Stolz mit seinem Appell an die politischen Entscheidungsträger.