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Einweihungsfeier der Mittel-/ Hauptstufe in der Realschule Verden

vielfalt

so lautete das Motto der Lebenshilfe für die Einweihungsfeier am 13. November 2000 in der Realschule Verden. Die Mittel-/Hauptsstufe, eine Klasse der Tagesbildungsstätte, war nach den Sommerferien in das Schulgebäude umgezogen und nutzt dort jetzt zwei Räume für den Unterricht mit geistig behinderten Schülern.

Die Klasse wird von 8 Jugendlichen besucht und von der Dipl.-Heilpädagogin Anja Kracke geleitet. Gemeinsam mit der Heilerziehungspflegerin Kathleen Olböter plant und gestaltet sie den Unterrichtsalltag. Zusätzlich stehen ein Zivildienstleistender und Praktikant als Helferkräfte zur Verfügung.

Als Gäste der Einweihung waren neben den Vertretern der Stadt Verden, des Landkreises, der Bezirksregierung - Aussenstelle Verden -, sowie den Lehrkräften der Realschule natürlich auch alle Schüler der Klasse mit ihren Eltern und die Vorstandsmitglieder eingeladen worden.

image2In seiner Begrüßung bekundete Lothar Wischke, Rektor der Realschule, seine Freude über das Zustandekommen der gemeinsamen Arbeit seiner Schule mit der Lebenshilfe. Erste positive Erfahrungen seien bereits auf beiden Seiten gemacht worden und er erhoffte sich für die Zukunft weitere Möglichkeiten einer gemeinsamen inhaltlichen Arbeit.

image3Der 1. Vorsitzende der Lebenshilfe, Werner Wickbold, schilderte seine langjährigen Erfahrungen aus dem Berufsleben im Hinblick auf die beginnende Betreuung vor einigen Jahrzehnten bis hin zur heutigen Beschulung von geistig Behinderten. " Die Lebenshilfe kann mit Stolz darauf blicken, dass als Ergebnis der langjährigen Bemühungen heute alle unsere schulpflichtigen Betreuten in einer allgemeinbildenden Schule untergebracht sind. Gemeinsam gestalten behinderte und nichtbehinderte Schüler das Schulleben und erhalten die Möglichkeit, gemeinsam unterrichtet zu werden," so das Fazit des Vereinsvorsitzenden.

image4Für die Stadt Verden überbrachte die stellvertretende Stadtdirektorin, Ute Scholz, Grüße und Glückwünsche. Sie erklärte, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt der Lebenshilfe durch die bisher umgesetzten Projekte einen hohen Stellenwert habe. Sowohl mit der Einrichtung des kooperativen Kindergartens in Eitze im Jahre 1992 als auch mit der Aufnahme einer Lebenshilfeklasse in der Grundschule am Lönsweg in 1994 habe die Stadt Neuland beschritten und dieses nicht bereut. "Hervorzuheben ist dabei die partnerschaftliche und unbürokratische Zusammenarbeit, die eine wichtige Grundlage für die gemeinsamen Erfolge bildet."

Der pädagogische Leiter der Lebenshilfe, Michael Grashorn, erläuterte in seiner Rede die Hintergründe des Einweihungsmottos. Das Zusammensein von Menschen mit vielen unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigen, Ansichten und Wertvorstellungen sah er als image5eine Bereicherung für alle Beteiligten an. Voraussetzung dafür wäre jedoch eine grundsätzliche Bereitschaft, sich ohne Vorurteile im schulischen Alltag zu begegnen. "Behinderte Schüler sollen nicht den Status von Sorgenkindern einnehmen, sondern als Mitschüler respektiert, und als ein fester Bestandteil dieser Schule akzeptiert werden," betonte Michael Grashorn in seinen Ausführungen.

image6Wolfram Spiegel, Regierungsschuldirektor der Bezirksregierung Lüneburg - Aussenstelle Verden -, stellte mit seinem interessanten Redebeitrag dar, welche Meinungen von der Gesellschaft mit den Begriffen "behindert" oder "normal" verbunden werden. Er las Zitate von Menschen, die sich trotz einer vorhandenen Behinderung selbstverständlich "als normal" bezeichneten. Zum Nachdenken brachte auch die These, dass die Beurteilung, welcher Mensch "behindert" ist, nur von "normalen" Menschen vorgenommen wird.

image7Nach Abschluss der Redebeiträge kam eine wichtige Aufgabe aus dem Programm auf die beiden Klassensprecher der Mittel-/Hauptstufe zu. Natalia Schröder und Arne Dreyer enthüllten durften das Türschild ihrer Klasse mit dem Namen "Slomo". Den Namen hatten alle Schüler ausgewählt und er stellt eine Abkürzung des Begriffs "Slow Motion" (Zeitlupe) dar. Hiermit soll symbolisiert werden, dass im Gebäude der Realschule Unterricht für Schüler mit unterschiedlichem Entwicklungs- und Lerntempo stattfindet.

Nach der anschließenden Stärkung bei einem Imbiss hatten die Gäste die Gelegenheit, eine Aufführung der Theatergruppe des Freizeitdienstes mit dem Namen "Vorhang auf" mitzuerleben. Gezeigt wurde das Stück "Eine Verabredung mit Folgen", welches in offener und für Außenstehende in mutiger Weise den Umgang mit den Themen Liebe, Partnerschaft, Sexualität, Empfängnisverhütung sowie Ehe für Behinderten darstellt. Die Akteure hatten sich das Thema ihres Theaterstücks selbst ausgesucht.

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Feiern das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen: Michael Grashorn (Pädagogischer Leiter der Lebenshilfe),Realschulrektor Lothar Wischke, Lebenshilfe-Vereinsvorsitzender Werner Wickbold, Bürgermeister Wolfgang Krippendorff und Verdens Erste Stadträtin Ute Scholz. Sind mit dem Beginn der Kooperation in der Realschule zufrieden: Vorstandsmitglieder Marlene Legait und Wilfried Liebetruth, 2. Vorsitzende Doris Löwe und Julia Legtait.